Die steinharte Faust landet unvermittelt in seinem Gesicht. Der stechende Schmerz schießt durch alle seine Rezeptoren und die Gedanken an SIE sind für diesen kurzen Moment wie weggeblasen. Endlich.
Langsam verblassen die Lichter ein wenig und er spürt, wie sein Körper sich der Länge nach der Horizontalen nähert und der harte Aufprall spiegelt wie im Hohn die kalte, harte, erbarmungslose Realität wieder. Gedankenblitze zucken durch seinen schmerzerfüllten Geist. IHR Bild tanzt abermals vor seinem inneren Auge.
„War’s das schon? Du schlägst zu wie ein Mädchen!” röchelt er seinem Angreifer entgegen und ein blutverschmiertes, grässlich verzerrtes Lächeln ziert seine Lippen. Der Nebel lichtet sich langsam und die Erinnerungsfetzen an sie werden deutlicher als er den schweren Stiefel auf sich zurasen sieht. Ein unheilvolles Geräusch wie von berstenden Ästen schallt durch die Nacht.
Er schließt die Augen, beißt sich schmerzverzerrt auf die Lippen bis sich zwischen seinen Zähnen einzelne Tropfen des roten Gutes widerspiegeln als sich zwei seiner Rippen unnachgiebig in seinen Lungenflügel bohren. Vor seinem geistigen Auge nimmt er das Zerrbild wahr, wie sich ein von ihr geführter, imaginärer Dolch, statt seiner malträtierten Rippen, zögernd in seinen Brustkorb bohrt. Doch gerade jenes Zögern verstärkt seine Qualen in diesem Moment um ein Tausendfaches. Wie in einer Endlosschleife tanzen die Gedanken unaufhörlich um ihn, bis die Ohnmacht ein Einsehen hat und ihn in ihre schützenden Arme aufnimmt.
